Blog - 2013


Scotty - Schadensbericht

Bildauthor: Stefan Bayer  / pixelio.de 01.01.2013. Alle Jahre wieder ... läuft der Schadensbericht im stündlichen Takt auf allen Frequenzen. Das Radio berichtet von einem Dutzend Notfällen, die in die Krankenhäuser eingeliefert wurden, Die Feuerwehr musste -zig Brände löschen, tausende von Sachbeschädigungen, Unfällen etc. etc.
Auf den Straßen und Wegen sieht es am nächsten Morgen aus wie auf einem Schlachtfeld. In der Nacht davor schauen die Alten unruhig aus dem Fenster, jeder Böllerknall erinnert an die Zeiten damals im Krieg. Ein Trauma, alljährlich wiederkehrend, vor der eigenen Haustür sozusagen.
Aktuell aber ist Krieg, in vielen Teilen der Erde, so z.B. in Syrien, Südamerika, in Afrika. (Quelle: http://www.frieden-fragen.de/krieg/was_ist_krieg/wo-ueberall-gibt-es-kriege.html).

Beim Neujahrs-Joggen überlege ich mir, den Aufzug der S-Bahn zu nehmen, um auf die andere Seite des Neckars zu kommen, oder ob ich es vielleicht doch wagen kann, einfach durch die Unterführung zu gehen. Ein kurzer Blick nach links, rechts und hinter mich, keiner dieser Lausebengel lauert mit seinem Riesenböller in der Hand auf Passanten, denen er wieder einmal das Trommelfell platzen lassen kann, hehe, was für ein Spaß, denkt er sich wohl dabei. Gestern nahm ich den Aufzug.
Unglaublich - denke ich mir, würde ich nur halb so viel Schwarzpulver das Jahr über für meine Zauberlehrlingsexperimente übers Internet einkaufen, man würde uns sofort mit einem SEK die Wohnung stürmen und als Terroristen abführen. Hier aber laufen sie frei rum, an Sylvester, man darf das, ich darf das - denkt sich der 13-jährige, der den Riesenböller, der einer Dynamitstange äußerst ähnlich sieht, bei seinem gerade erst volljährig gewordenen Bruder oder Cousin gegen sein Taschengeld tauschen konnte.

Irgendwie kann ich mich nach all diesen vielen Sylvesterjahren einfach nicht an diesen chinesischen Brauch gewöhnen. Dieser Lärm, dieser Gestank, dieses Chaos, dieses unkoordinierte Werfen der Kracher, torkelnde Möchtegern-Pyrotechniker, Kinder, die es den Eltern nachmachen, ist doch so nun gar nicht schön anzusehen.

Und hierbei enstand die Idee: Wie wäre es, wenn - durch die örtliche Kommune organisiert - ein jeder der möchte seinen Anteil, den er für Feuerwerkskörper auszugeben bereit ist (im Schnitt 5 Euro?), bei der Sammelstelle des Bürgermeisters abgeben würde; der Bürgermeister würde dann einen professionellen (und nüchternen) Pyrotechniker engangieren und dieser würde für alle ein wunderschönes Feuerwerk über dem Himmel der Stadt zaubern? Ein Feuerwerk, das viele Ahhs und Ohhs hervorrufen würde, Kinder als auch Alte zum Staunen bringen würde. Wenn das Rote Kreuz, die im Krankenhaus diensthabenden Ärzte und die Freiwillige Feuerwehr tief durchatmen könnten, wäre das nicht toll? Einen Teil vom Erlös könnte noch für einen guten Zweck gespendet werden, die eingesparten Aufräum- und Reparaturkosten könnten noch oben draufgelegt werden.


Euch allen ein gutes und gesundes neues Jahr 2013.


Verzeichnis der aktuellen Kriege (Wikipedia)

tu